Gaskrise - Alternativen?
Das sagen die Experten
Artikel aus den OÖ Nachrichten
Gaskrise: Gibt es eine Alternative?
Das Gute an dem Artikel ist, dass die Hälfte der befragten Personen der Meinung sind, dass es Alternativen zum Erdgas gibt, 3 Personen sind unentschlossen und nur 2 Personen sind der Meinung, dass es keine Alternative gibt. Leider sind die Spezialisten vorwiegend in bestimmten "Zweigen" der Wirtschaft tätig und vertreten verständlicher Weise eine Meinung, die dem eigenen Wirtschaftszweig dienlich ist. Die Aussagen unterliegen also einer gewissen Befangenheit und sind als "Expertenmeinungen" leider nicht besonders hilfreich, da das Gewinnstreben meist wichtiger ist, als die Nachhaltigkeit. Diese 10 Antworten auf die Frage, ob es Alternativen gibt, macht deutlich, dass wir noch eine menge Überzeugungsarbeit leisten müssen.
Unsere Meinung zu den Aussagen von:
Herbert Huemer
Herr Huemer ist Geschäftsführer der Firma Xolar , welche sich mit der Installation von thermischen Solaranlage, Pelletsheizungen und Photovoltaikanlagen beschäftigt. Naturgemäß befürwortet er diese Technologie.
Wir sehen das so: Wir stimmen Herrn Huemer zu, dass die thermische Solartechnik eine Alternative zu fossilen Energieträgern darstellt. Er sagt auch klar, dass nur ein Teil des Heizbedarfs durch thermische Solaranlagen abgedeckt werden kann. Wir halten die thermische Solarenergie für ein wichtiges Standbein in der zukünftigen Energieversorgung unserer Region. Als Grundversorgung kann Sie jedoch nicht gesehen werden. Da Sie immer ein anderes Heizsystem für die Wintermonate voraussetzt.
Gerhard Dell
Gerhard Dell ist Geschäftsführer des Energiesparverbandes und sieht einen Vorteil der heimischen, erneuerbaren Engergieträger. Noch wichtiger ist für Ihn aber die Reduktion des Energieverbrauchs durch thermische Sanierung von Gebäuden.
Wir sehen das so: Ja, die thermische Sanierung von Gebäuden bzw. das Energiesparen sollte nicht außer acht gelassen werden. Jedoch ist der finanzielle Aufwand für thermische Sanierungen gewaltig! Würde ein Bruchteil des Geldes für diese Maßnahmen für unser Projekt zur Verfügung stehen, könnte Österreich bald auf fossile Energieträger verzichten. Die Verluste, welche die Energie auf dem Weg zum Verbraucher, erfährt sind ebensohoch wie die durch schlecht isolierte Gebäude. Es ist aber scheinbar leichter dem Kunden das sparen abzuverlangen und die eigentliche Energie-Infrastruktur bleibt unverändert und verbraucht rund 60% der Primärenergie. Von den übrig bleibenden 40% dürfen wir dann noch 50% einsparen, damit die Energiepreise weiter steigen können.
Reinhold Priewasser
a. Univ.-Prof. Dr. Reinhold Priewasser ist Vorstand des Institut für Betriebliche und Regionale Umweltwirtschaft an der Johannes-Kepler Universität in Linz.
Gratulation: Hr. Priewasser ist auf dem richtigen Weg - Er hat aber wahrscheinlich noch nichts von unserem Konzept gehört.
Peter Koren
Herr Peter Koren ist Vizegeneralsekretär der Industriellenvereinigung und Experte für eindustriepolitik. Am wichtigsten für Ihn ist die rasche Sicherstellung der Gasversorgung. Er hält alternative Energie für wichtig, glaubt aber dass Öl und Gas nicht zu ersetzten sind. Er kann sich das nur durch mit hilfe einer Technologie vorstellen, die seines erachtens noch nicht existiert.
Wir sehen das so: Leider kommen aus der Industriellenvereinigung immer wieder sehr kontraproduktive Aussagen. Bei Herrn Koren steht sicherlich der Gedanke der Gewinnmaximierung und der Umverteilung von Arm zu Reich im Vordergrund. Am 24.11.2008 relativierte (Artikel) man die Aussage von Hr. Dr. Veit Sorger (Präsident der IV), bezüglich seiner Aussage zum Lohnverzicht von Arbeitern in Industriebetrieben.
In seiner Aussage stellt sich vor allem die Frage: "Welcher Zeitraum steht hinter Kurz-, Mittelfristig?".
Kurzfristig können wir nicht viel ändern, aber in den nächsten 3-5 Jahren kann man sehr wohl eine Menge an unserer Energie-Infrastruktur verändern und unabhängigkeit schaffen. Es scheint als würde er noch nicht intensiv genug nach der technologischen Lösung gesucht haben, denn wir haben sie gefunden - die echte solare Wasserstoffwirtschaft auf Basis von Biomasse.
Würden die Industriellen genau so Innovationslos agieren wie Ihre Interessensvertreter, dann würden Sie bereits Insolvent sein.
Nachdem wir den Lebenslauf von Herrn Koren studiert haben, ist uns sein Standpunkt klar. Er kann gar nicht anders. Er ist so tief mit der aktuellen Energiewirtschaft verwurzelt und weiß genau, dass die echten Alternativen eine Bedrohung für die aktuelle Energiewirtschaft sind. Das ist reiner Selbstzweck.
Ulrike Rubasch
Ulrike Rubasch ist Wirtschaftsredakteurin der OÖN und Häuslbauerin. Sie setzt auf alternative Energiegewinnung aus Holz und Sonne und nimmt dafür höhrer Investitionskosten in kauf.
Wir sehen das so: Fr. Ulrike Rubasch wäre vielleicht interessiert unserem Verein beizutreten. Sie würde sicher die Vorteile unseres Konzepts verstehen und befürworten. Sie stellt aber auch fest, dass Energiesparen gewisse Investitionen voraussetzt. Genau diesee Investition muss man sich leisten können. Viele Landsleute sind aber nicht finanziell in der Lage ein eigenes Haus zu bauen und auch noch die mehrkosten für Energiesparende Technologien zu tragen. Als Bewohner einer Mietwohnung hat man in der Regel gar nicht die Möglichkeit beim Heizsystem mitzubestimmen. Auch Wohnungseigentümer brauche die Unterstützung der Nachbarn und das nötige Kleingeld. Fazit - Sparen muss man sich leisten können - trotz vieler Förderungen.
Johann Grünberger
Herr Johann Grünberger ist Vorstandsvorsitzender der OÖ Ferngas AG und glaubt nicht an eine Alternative zum Erdgas. Er sieht auch keine Gaskrise. Er benennt Erdgas als die notwendige "Brückentechnologie" und will allen Energieformen Aufmerksamkeit schenken - speziell Solarenergie und Biomasse.
Unsere Meinung ist: Selbstverständlich kann Herr Grünberger das wichtigste Handelsprodukt der OÖ Ferngas AG nicht kritisieren. Widersprüchlich ist allerdings, dass er keine Alternative zum Gas sieht aber trotzdem Erdgas als "Brückentechnologie" bezeichnet. Was ist denn am anderen Ende der Brücke? Gibt's da vielleicht doch eine Alternative.
Die OÖ Ferngas AG schreibt sich Ausgewogenheit zwischen Ökologie, Ökonomie und sozialer Verantwortung auf die Fahnen. Die OÖ Ferngas betreibt die "1. Österreichische Biogas-Anlge mit Netzeinspeisung". Es besteht also die Hoffnung, dass Herr Grünberge doch eines Tages interesse an unserem Konzept haben könnte. Denn ihr Gasnetz wäre von großem Vorteil für uns!
Christian Rakos
Herr Christian Rakos ist Geschäftsführer vom Verein Propellets Austria. Er hält Holz in jeglicher Form für den besseren und Versorgungssichereren Energieträger.
Wir sehen das so: Ja, Holz ist in Österreich einer der wichtigsten alternativen Energieträger und ist Nachhaltig verfügbar. Wenn es nur um Raumwärme und Wärmeenergie geht ist der Pelletsofen sicher eine gute sache. Er liefert aber keinen Strom und verweigert bei einem Stromausfall ebenso seinen Dienst wie die meisten anderen Heizsysteme. In der solaren Wasserstoffwirtschaft wird sowohl Strom als auch Wärme beim Verbraucher produziert. Eine Brennstoffzelle funktioniert auch wenn der Strom ausgefallen ist, denn der Gasdruck in der Wasserstoffleitung ist unabhängig vom elektrischen Strom. Das Problem bei den meisten modernen Heizsystemen ist, dass Sie ohne elektrischen Strom nicht funktioinieren. Öl-Brenner, Gastherme, Pelletsofen, ... Sie brauchen alle Strom und wenn der ausfällt wird's kalt.
Alfred Laban
Herr Alfred Laban ist Geschäftsführer der A. Laban GmbH & Co KG und Landesinnungsmeister der Sanitär-, Heizungs- und Lüftungstechniker. Er sieht sehr wohl Alternativen zur Gasheizung. Er spricht sich für keine bestimmte Heizungsvariante aus, sieht aber einen Trend Wärmepumpen, Pelletsheizungen und Solaranlagen.
Wir sehen das so: Seine Anwort gibt kaum Grund zu spezieller Kritik. Es scheint als würde er einen umfassenden Überblick über die üblichen Heizungstechnologien haben und hat keine speziellen Preferenzen. Montiert wird was gut und im Trend ist.
Horst Steinmüller
Herr Horst Steinmüller ist Leiter des Energieinstituts an der Johannes Kepler Universität Linz und sieht langfristig schon Alternativen zum Erdgas. Er setzt auf Energiesparpotentiale und erneuerbare Energien. Er glaubt aber dass wir Erdgas als Rohstoff weiter brauchen werden.
Wir denken: Auf Erdgas könnte man Langfristig getrost verzichten. Es gibt keine Anwendung, die nicht auch mit Wasserstoff anstatt mit Erdgas angewendet werden könnte. Der Energiebedarf kann durchaus reduziert werden, die Wasserstoff-Wirtschaft funktioniert von Haus aus hoch effizient und es wird ein sehr großer Teil der Primärenergie eingespart. Vielleicht können wir auch Herrn Steinmüller von unserem Konzept überzeugen. Es ist noch nicht zu spät.
Johanna Janeschitz-Kriegl
Frau Johanna Janeschitz-Kriegl ist Mathematik-, Physik- und Informatikprofessorin am Wirtschaftskundlichen Realgymnasium der Franziskanerinnen in Wels. Sie steht für thermische Sanierung, Solarthermie und Niedrigenergiebauweise.
Wir denken: Energiesparen ist gut aber teuer. Die hohen Investitionen kann sich, trotz hoher Förderungen, nicht jeder leisten. Mit weniger Aufwand kann man in der Energiewirtschaft wesentlich mehr Einsparung und Nachhaltigkeit erreichen. Die effizienz in einer echten Wasserstoff-Wirtschaft ist viel kostengünstiger umzusetzen. Natürlich sollten Gebäude entsprechend isoliert werden, aber irgendwann übersteigen die Kosten für Isolierung das Einsparungspotential.